USA: Ausschreitungen bei Demonstrationen in Charlottesville

Am 12. August 2017 kam es am Rande einer rechten Demonstration in Charlottesville - einer Stadt im US-Staat Virginia - zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten.


Zu der Kundgebung wurde von unterschiedlichen ultrarechten, teils rechtsextremistischen Gruppen aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren beispielsweise Anhänger der Alt-Right-Bewegung und des Ku Klux Klan. Es kam zu dieser Kundgebung, welche unter dem Motto "Vereinigt die Rechte" auftrat, aufgrund einer Entscheidung der Stadt, die Statue des Konföderierten Generals Robert E. Lee zu entfernen.


Hintergrund: Geschichte

Der General Robert E. Lee kämpfte im Amerikanischen Bürgerkrieg (1862 bis 1865) für die Konföderierten und ging als einer der erfolgreichsten Generäle der Südstaaten hervor. Im amerikanischen Bürgerkrieg kamen schätzungsweise über 600.000 Menschen ums Leben. Auslöser für den Krieg waren unter anderem die Unstimmigkeiten für die Weiterführung der Sklaverei.

Die Konföderierten (Südstaaten) verloren schlussendlich den Krieg gegen die überlegenen Nordstaaten und die Sklaverei hatte ein Ende.




Während für viele Amerikaner die Statue ein Zeichen von Rassismus darstellt, ist diese für viele Rechte ein Idol, da er denn Bilderbuch "weißen Mann" verkörpert. Deshalb demonstrierten die Ultrarechten gegen den Abbau der Statue.


Laut Medienbericht kamen viele der rechten Demonstranten bereits bewaffnet zu der Kundgebung und es kam immer wieder zu heftigen Schlägereien zwischen Demonstranten und Gegendemonstranten.



Der Höhepunkt der gewalttätigen Auseinandersetzungen war schließlich der vermutlich terroristische Akt, ausgeübt von dem Amerikaner James Alex Fields Jr aus Ohio, welcher mit seinem Auto in eine Menschenmasse raste und einen Menschen dabei tötete und mindestens 19 weitere verletzte.




Der US-Amerikanische Präsident Donald Trump sprach von „ungeheuerliche Gewalt, von vielen Seiten“ und betonte, dass es in Amerika keinen Platz für solche Gewaltausbrüche gäbe. In einer weiteren Nachricht über Twitter teilte er mit, dass "America first" für alle Amerikaner gilt, egal was man für eine Hautfarbe hat und egal welcher Religion oder politischen Partei man angehört.

„We must remember this truth: No matter our color, creed, religion or political party, we are ALL AMERICANS FIRST.“

Donald Trump wurde in den internationalen Medien und Mitgliedern aus seiner eigenen Partei dafür kritisiert, das Böse nicht beim Namen genannt zu haben und sich nicht weit genug von den sogenannten "Nazis" distanziert zu haben. Deutlicher wurde der Vize-Präsident Mike Pence, welcher sich bei einer Pressekonferenz klar von den weißen ultrarechten Nazis distanzierte und wörtlich sagte, dass diese kein Platz in unserer Gesellschaft haben.


In unmittelbarer Nähe der Demonstrationen kam es außerdem zu einer weiteren Tragödie. Bei einem Polizeihubschrauber Absturz kamen zwei Insassen ums Leben, wie die Polizei von Virginia auf Facebook mitteilte. Warum der Hubschrauber abstürzte ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bekannt.


Quellen: Reuters/CNN

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