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Denuvo verklagt Cracker voices38 – Identität soll über Valve und Reddit aufgedeckt werden.
Denuvo GmbH hat vor einem US-Bundesgericht Klage gegen einen anonymen Cracker eingereicht, der unter dem Pseudonym voices38 bekannt ist. Das Unternehmen wirft ihm vor, die Denuvo-Anti-Tamper-Technologie in 26 Spielen umgangen zu haben, und macht geltend, dass ein solches Vorgehen gegen den US-amerikanischen DMCA verstößt, der die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen verbietet.
Zu den in der Klage aufgeführten Titeln zählen sowohl relativ alte Spiele wie FIFA 20 und PES 2020 als auch neuere Veröffentlichungen wie Hogwarts Legacy, Black Myth: Wukong, Resident Evil Requiem, Doom: The Dark Ages, Stellar Blade, Pragmata und 007 First Light. Denuvo behauptet, voices38 betreibe Reverse Engineering und knacke die Spiele mit ihrem Schutzsystem direkt.
Dabei geht es nicht um eine klassische Urheberrechtsverletzung: Denuvo besitzt keine Rechte an den aufgeführten Spielen und stützt die Klage daher auf die DMCA-Bestimmungen zur Umgehung von Schutzmaßnahmen. Das Unternehmen erklärt, die Aktivitäten des Crackers würden seinem Geschäft direkten Schaden zufügen, da Denuvo seine Schutztechnologien an Publisher und Entwickler verkauft, darunter EA, Ubisoft, Capcom und Sony. Laut TorrentFreak ist dies der erste bekannte Fall, in dem Denuvo in den USA direkt gegen einen Cracker klagt.
Das Hauptproblem für das Unternehmen besteht darin, dass die wahre Identität von voices38 unbekannt ist. In der Klage wird der Beklagte als unbekannte natürliche oder juristische Person geführt; Denuvo hat jedoch eine Discord-ID, einen Reddit-Account und sieben Steam-Profile aufgeführt, die nach eigener Einschätzung mit dem Cracker in Verbindung stehen könnten. Das Unternehmen hofft, mithilfe dieser Daten die Identität des Beklagten ermitteln zu können.
Nach der offiziellen Registrierung des Verfahrens kann Denuvo beim Gericht die Erlaubnis beantragen, Anfragen an Valve, Reddit und Discord zu richten und Informationen zu diesen Accounts einzufordern. TorrentFreak weist darauf hin, dass etwa Spielekäufe auf Steam Zahlungsinformationen enthalten könnten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren entsprechende Anfragen im Gerichtsregister noch nicht verzeichnet.
Die Klage enthält zwei auf den DMCA-Umgehungsbestimmungen basierende Forderungen: Denuvo verlangt Schadensersatz sowie eine gerichtliche Verfügung, die es voices38 untersagen würde, Anti-Tamper nicht nur bei den bereits veröffentlichten Spielen, sondern auch bei künftigen Projekten zu umgehen. Die Liste der 26 Spiele ist dabei bereits veraltet: Nach Einreichung der Klage soll voices38 Berichten zufolge neue Cracks veröffentlicht haben, darunter für Persona 3 Reload und Star Wars Outlaws.
Ob es Denuvo gelingen wird, die Identität von voices38 zu ermitteln, ist bislang offen. Doch selbst falls die Anfragen an die Drittanbieter erfolglos bleiben sollten, könnte ein Urteil zugunsten des Unternehmens die Entfernung verknüpfter Accounts und Download-Links erleichtern und einen Präzedenzfall für ähnliche Klagen gegen andere Cracker schaffen. Das Verfahren befindet sich derzeit noch in einem frühen Stadium.